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Der Schlaf

Warum schlafen wir?

Lange Jahrhunderte wurde angenommen, dass Schlaf eine rein passive unnötige zeitverschwenderische Tätigkeit sei. Heute wissen wir, dass unser Gehirn während des Schlafs Höchstleistungen erbringt. Erlebtes vom Tage wird verarbeitet, Lernprozesse angestoßen und abgespeichert. Der restliche Teil des Körpers wird gleichzeitig „auf Sparflamme“ gesetzt. Kreislauf, Atmung und Puls sind verlangsamt. Schlaf ist unverzichtbar für die Entwicklung, das Wohlbefinden und die Gesundheit. Dabei ist der Schlaf kein gleichmäßiger Zustand. Es werden unterschiedliche Schlafphasen (Leicht-, Mitteltief-, Tiefschlaf und Traumschlaf) während der Nacht durchlaufen. Diese wechseln sich immer wieder ab. Dabei dient der Tiefschlaf vor allem der Erholung des Körpers. Die Erhaltung und Reparatur unserer Organe stehen im Vordergrund. Ausreichend Tiefschlaf verhindert bzw. verlangsamt den Alterungsprozess. Im Traumschlaf (REM-Schlaf) findet dann die geistige Erholung statt. Wenn Probanden unter Versuchsbedingungen der REM-Schlaf entzogen wurde - zum Beispiel durch ständiges Wecken - dann entwickelten diese eine depressive und aggressive Verstimmung.

Wie viel Schlaf ist notwendig?

Die durchschnittliche Schlafdauer in Deutschland beträgt ca. 7 Stunden. Damit verbringen wir ca. 1/3 unseres Lebens „im Schlaf“. Die meisten Menschen schlafen jedoch zu wenig. Jeder Mensch hat ein individuelles Schlafbedürfnis, dass es gilt am besten herauszufinden. Eine gute Möglichkeit hierfür bietet der Urlaub. Gehen Sie am Abend immer gleichmäßig ins Bett, und stellen Sie sich für den Morgen keinen Wecker. Sie sollten erst aufstehen, wenn Sie sich wach und ausgeschlafen fühlen. Dann notieren Sie sich, wie lange Sie pro Nacht geschlafen haben. Somit bestimmen Sie Ihr persönliches Schlafbedürfnis. Wenn Sie dann im Arbeitsalltag tagsüber auch bei längeren Tätigkeiten im Sitzen konzentriert arbeiten können, ohne schläfrig zu werden, haben Sie Ihr persönliches Schlafpensum gefunden. Die meisten Menschen werden zwischen sieben bis acht Stunden Schlaf benötigen. Neugeborene, Babys und Kinder brauchen mehr Schlaf als Erwachsene. Dabei lässt sich übrigens Schlaf nachholen, während ein „Vorschlafen“ leider nicht funktioniert.

Schlafveränderungen im Alter

Schlaf verändert sich mit dem Alter. Manchmal ist diese Veränderung mit dem Alter für den Schlafmediziner oder für den Betroffenen schwierig als Teil eines Alterungsprozesses von krankhaften Veränderungen abzugrenzen. Nicht nur der Schlaf verändert sich, sondern auch der Tag-Nacht-Rhythmus. Ältere Menschen gehen meist früher zu Bett und wachen dafür auch früher auf. Veränderte Lebensumstände können hierfür ein Grund sein. Jedoch ist die weit verbreitete Ansicht, dass ältere Menschen weniger Schlaf als jüngere Menschen brauchen, falsch. Die alterstypischen Veränderungen des Schlafes können durch den meist frei gestaltbaren Tagesablauf älterer Menschen in der Regel leichter kompensiert werden. Während Säuglinge noch bis zu 16 Stunden am Tage schlafen, nimmt dies über Kindheit und Jugendalter ab. Babys haben bis zu acht Stunden Traumschlaf, während Erwachsene nur etwa 1 - 1 1/2 Stunden pro Nacht mit Traumschlaf verbringen. Auch Tiefschlafphasen nehmen mit dem Alter ab, während sich die Einschlafzeit vor allem ab dem 40. Lebensjahr verlängert.